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Muttermilch - Wichtig für das Baby

In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch die beste Ernährung für das Baby. Denn die einzigartige Zusammensetzung der enthaltenen Nährstoffe ist speziell auf die Bedürfnisse des schnell wachsenden Säuglings abgestimmt.

Entwicklungsstufen der Muttermilch

Kolostrum: Diese dicke, klebrige und gelblich aussehende Milch bildet die Frau in den ersten Tagen nach der Geburt. Sie enthält große Mengen an Antikörpern und Wachstumsfaktoren. Zudem besitzt diese besondere Milch infektionshemmende Eigenschaften, welche wie eine erste Impfung wirken und fördert zugleich die Entwicklung des Verdauungstraktes des Babys. Da das Kolostrum abführend ist, kann der Säugling den ersten Stuhlgang leichter ausscheiden. Auf diese Art trägt es dazu bei, eine Neugeborenengelbsucht vorzubeugen.

Übergangsmilch (Transitorische Milch): Die Menge der Milch nimmt in den darauf folgenden zwei Wochen deutlich zu und verändert sich in Aussehen und Zusammensetzung. Es erhöhen sich die Fett- und Zuckeranteile, während der Gehalt an Eiweiß und Immunglobulinen abnimmt. Die Brüste fühlen sich oft schwer, fest und voll an. Doch durch häufiges Anlegen, kann diese normale Brustdüsenschwellung (welche gelegentlich auch als „Milcheinschuss“ bezeichnet wird) gemildert werden.

Reife Muttermilch: Trotz ihres dünnen und wässrigen Aussehens, enthält sie alle Nährstoffe, welche für eine gesunde Entwicklung des Babys erforderlich sind. Im Verlauf der einzelnen Stillmahlzeit verändert sich die reife Muttermilch und passt sich genau den Bedürfnissen des Säuglings an. Dabei wird die zu Beginn der Stillmahlzeit fließende Milch Vordermilch genannt. Diese besitzt einen hohen Anteil an Eiweiß, Laktose, Vitaminen, Mineralien, Zucker sowie Wasser und einen niedrigen Fettgehalt. Einen größeren Fettgehalt weist die so genannte Hintermilch auf, zu welcher es im weiteren Verlauf der Stillmahlzeit kommt. So nimmt also der Fettanteil von Beginn bis Ende des Stillvorgangs kontinuierlich zu.

Muttermilch, auch Frauenmilch genannt, bietet dem Kind in den ersten sechs Monaten eine optimale Grundlage für eine unbeeinträchtigte Entwicklung von Körper und Geist. Dafür verantwortlich sind viele, sich teilweise ergänzende, Substanzen.

Gesunder Immunschutz - Was enthält die Muttermilch für Nährstoffe?

Muttermilch ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und so genannten Immunglobulinen. Diese körpereigenen Abwehrstoffe stärken das Immunsystem des Säuglings. Des Weiteren enthält sie bei gesunder mütterlicher Ernährung einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, der Linolsäure und Linolensäure. In kleinen, aber entscheidenden Mengen sind auch die LCP´s (vor allem Archidonsäure und Decosahexansäure) in der Muttermilch vertreten. Diese reichern sich im Zentralnervensystem an und beeinflussen die Entwicklung des Kindes positiv. Während der Schwangerschaft und Stillzeit kann der Gehalt der LCP´s durch den Verzehr von fetthaltigem Fisch (Makrele) begünstigt werden. Im Kohlenhydratbereich besteht die Muttermilch zu 90 Prozent aus Laktose. Außerdem enthält sie so genannte Oligosaccharide, welche wie Ballaststoffe im Dünndarm nicht verdaut und von den Bakterien im Dickdarm fermentiert werden. Sie beeinflussen unter anderem sichtbar den weichen Stuhlgang (welcher für Muttermilchernährung typisch ist), schützen das Baby vor Infektionen und stellen das „Futter“ für die optimale Bifidusbakterienflora dar. Zudem wird durch die sehr gute Eiweißstruktur der Muttermilch, das Körpergewicht des Säuglings innerhalb der ersten vier bis fünf Monate verdoppelt.

Schadstoffe in der Muttermilch

Zwar sind die Konzentrationen von Umweltgiften in der Muttermilch in den vergangenen 30 Jahren drastisch zurückgegangen, jedoch bleibt es immer noch ein aktuelles Thema. Um mögliche gesundheitliche Risiken für Babys abzuschätzen, bieten Landesuntersuchungs- und -gesundheitsämter kostenlose Analysen von Muttermilch auf Schadstoffe an. Während viele Substanzen nicht mehr oder nur noch selten nachgewiesen werden, tauchen allerdings immer wieder neue Schadstoffe in der Muttermilch auf, wie z. B. bromierte Flammschutzmittel (mit denen Kleidung imprägniert wird). Die Gifte reichern sich im Fettgewebe an und gelangen dann teilweise in die Muttermilch und von dort aus in die Nahrungskette. Jedoch ist noch unklar, ob diese Umweltgifte Auswirkungen auf die Gesundheit des Babys haben. Meist hilft es aber schon, die Schadstoffe so gut wie möglich zu vermeiden und sich gesund zu ernähren.

Vorteile der Muttermilch für das Baby

• Sie enthält alles was Babys brauchen (wie Eiweiße, Vitamine, Fette, Mineralien, Enzyme, Laktose, Wasser, Eisen) und ist optimal auf den Bedarf für Wachstum und Entwicklung abgestimmt.
• Gestillte Kinder sind deutlich weniger anfälliger für Erkrankungen wie Mittelohrenzündungen, Atemwegserkrankungen (Bronchitis), Allergien, Krebserkrankungen, Herzerkrankungen, Diabetes, Asthma, Ekzeme oder Magen-Darm-Infekten.
• Stillen fördert auch die Entwicklung der Zungen-, Gaumen- und Gesichtsmuskulatur.
• Muttermilch entspricht exakt den Bedürfnissen und Verdauungskapazitäten des Säuglings.
• Stillen verringert die Gefahr eines plötzlichen Kindstodes und senkt bei Frühgeborenen das Risiko eine Nekrotisierende Enterokolitis (NEC) zu entwickeln.
• Stillkinder leiden später seltener an Übergewicht.
• Zudem wird durch das Stillen die Entwicklung des Gehirns gefördert. In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass bei gestillten Kindern das Sehen und die Sehschärfe besser ausgeprägt sind.
• Die in der Muttermilch enthaltenen Substanzen, hemmen außerdem das Wachstum von gefährlichen Bakterien im Darm.

Vorteile des Stillens für die Mutter

• Die einzigartigen Eigenschaften der Muttermilch kann keine künstliche Säuglingsnahrung nachahmen.
• Muttermilch ist immer frisch, richtig temperiert und zubereitet. Sie ist jederzeit sofort verfügbar, wenn das Baby Hunger hat.
• Zusätzlich ist sie sauber, keimfrei, besitzt infektionshemmende Eigenschaften, spart Energie, Zeit und Geld.
• Stillen fördert die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind, gibt Wärme, Nähe und Zuneigung. Dadurch wird auch die gesunde seelische und körperliche Entwicklung des Babys unterstützt.
• Des Weiteren trägt Stillen dazu bei, dass sich die Gebärmutter nach der Geburt besser zurückbildet und nachgeburtliche Blutungen verringert werden.
• Stillende Frauen erhalten durch den zusätzlichen Kalorienverbrauch oft schneller ihr altes Gewicht zurück.
• Das Risiko später einmal an Brust- oder Eierstockkrebs, Osteoporose oder Diabetes zu erkranken, wird durch die schützende Wirkung des Stillens reduziert.
• Außerdem werden dabei Endorphine, das Liebeshormon Oxytozin und das Milchbildungshormon Prolaktin ausgeschüttet, welche alle für Entspannung und positive Gefühle sorgen. Diese helfen aber auch dabei, anstrengende Tage und kurze Nächte gut zu überstehen.

Muttermilch macht schlau

Während der Schwangerschaft sowie in den ersten Lebensmonaten des Säuglings, spielt die Ernährung eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Gehirns. Bereits im Mutterleib wächst das Gehirn rasant. Zum Beispiel verfünffacht sich sein Gewicht vom sechsten Schwangerschaftsmonat bis zur Geburt. Danach wächst und reift es schnell weiter und erreicht mit zwei Jahren schon 80 Prozent des Erwachsenengewichtes. Allerdings sind diese Wachstumsschübe stark nährstoffabhängig. Eine Schlüsselrolle spielen dabei offensichtlich langkettige Polyenfettsäuren, wie Arachidon- und Docohexaensäure. Diese Fette enthält Muttermilch in nennenswerten Mengen. Als Bestandteile von Nerven- und Gehirnzellen sowie der Netzhaut werden sie größtenteils im wachsenden Gehirn eingespeichert. Verschiedene Studien zeigten, dass langkettige Polyenfettsäuren wirklich Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung der Kinder haben. Sie profitieren bereits im Mutterleib von diesen Fettsäuren. Hinzu kommt jedoch auch Eisen, welches für die Bildung vieler Neurotransmitter und somit ebenso für die geistige Entwicklung des Säuglings notwendig ist.

Optimaler Allergieschutz

Kinder, deren Eltern an Allergien leiden, besitzen ein größeres Risiko, früher oder später selbst eine Allergie gegen bestimmte Stoffe zu entwickeln. Eine bedeutende Rolle, ob eine Allergie ausbricht, spielt dabei die Ernährung im Säuglingsalter. Den besten Schutz bietet da eine möglichst sechsmonatige Stillzeit. Schrittweise sollte dann die Beikost aus wenigen Zutaten eingeführt und im ersten Lebensjahr vor allem allergene Lebensmittel vermieden werden (wie Eier, Nüsse, Kuhmilch, Zitrusfrüchte und Fisch). Selbst bei gefährdeten Kindern wird dadurch das Allergierisiko in den ersten Lebensjahren um bis zu 50 Prozent reduziert. Jedoch empfiehlt es sich diesen Babys im ersten Lebensjahr zusätzlich eine hyperallergene Säuglingsnahrung (Pre-HA oder Start HA) zugeben.